Gluon


Hier können wir Fragen zur Quantenmechanik diskutieren. Auch die Atomphysik gehört hier hinein.

Myon

Beiträge: 83

Registriert: Fr 7. Feb 2014, 22:03

Beitrag Do 9. Apr 2015, 21:13

Gluon

Hallo ,

eigentlich müßte das Gluon ja auch eine Größe haben , weil es ja ein Austauschteilchen ist . Und Teilchen haben nun mal eine Ausdehnung . Aber warum wird über die Größe der Gluonen nichts geschrieben , z.B. die Größe in Fermi ? Oder hab ich da was falsch verstanden ?

Gruß Peter !
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langlebiges Kaon

Beiträge: 477

Registriert: Sa 6. Apr 2013, 12:58

Wohnort: Nürnberg

Beitrag Fr 10. Apr 2015, 05:51

Re: Gluon

Man darf sich Quantenobjekte (Proton, Elektron, ..., Photon, Gluon, ...) keinesfalls als klassische Teilchen ähnlich wie Kugeln vorstellen. Es gibt nun einige physikalische Vorgänge, bei denen man einem solchen Quantenobjekt eine gut definierte Ausdehung zuschreiben kann, bei anderen funktioniert das letztlich überhaupt nicht. Da das Gluon ausschließlich als gebundenes Quantenobjekt in Hadronen existiert und nie frei erzeugt bzw. als Wellenpaket präpariert und gemessen werden kann, liegt bei Gluonen letzteres vor. Da "virtuelle Gluonen" innerhalb der Hadronen gebunden sind liegt Ortsunschärfe daher sinnvollerweise in dieser Größenordnung (aber auch das kann zuweilen irreführend sein).
Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.
Ludwig Wittgenstein

Myon

Beiträge: 83

Registriert: Fr 7. Feb 2014, 22:03

Beitrag Fr 10. Apr 2015, 12:22

Re: Gluon

Danke Dir Tom !

Gruß Peter !

Elektron

Beiträge: 40

Registriert: Di 28. Apr 2015, 06:36

Beitrag Do 30. Apr 2015, 08:23

Re: Gluon

Was ist überhaupt die "Natur" von Elementarteilchen(Hadronen sind ja im eigentlichen Sinn nicht elementar,weil aus Quarks und Gluonen zusammengesetzt) :?:

Bleiben wir mal beim Beispiel Elektron,da relativ leich "beobachtbar".

Einerseits eine Wellenfunktion,eine Welle,andererseits nimmt es dennoch Teilchencharakter an,wenn diese Wellenfunktion zusammenbricht.

Das die allgemein verbreitete Vorstellung bei Laien (wie mir),daß Elektron sei quasi eine sehr kleine negativ geladene "Billardkugel" völlig irreführend wäre ist mir schon klar.
Das würde die Frage anschließen,wöraus besteht diese Billardkugel eigentlich.
(..und welche Farbe hat sie :D )

Ich weiß eigentlich selbst viel zuwenig,um da ernsthaft mitdiskutieren zu können,aber:

Liege ich falsch mit der Vermutung,daß eben das Elektron nur eine mathematische Beschreibung im Standartmodell ist,die eben dieser mathematisch formulierten Theorie entspricht und das selbst Teilchenphysiker da ernsthaft Schwierigkeiten haben,sich irgendeine anschauliche Vorstellung zu machen,wie so ein Elektron eigentlich aussehen würde.

Wenn ich hier von aussehen schreibe,würde das ja vorraussetzen,daß ich mir das Elkektron irgendwie direkt ansehen könnte,es in irgendeiner Weise haptisch wahrnehmen könnte.

Eine Billardkugel kann ich in die Hand nehmen,sie betrachten.Ich habe dann eine unmittelbare Vorstellung davon,wie schwer sie ist,wie sie sich anfühlt,welche Farbe sie hat.

Das Elektron wird sich dagegen jeder unmittelbaren Wahrnehmung immer entziehen,erst recht eben sicher auch das hier angesprochene Gluon.

Da ich aber mir das Elektron irgendwie vorstellen will,schaffe ich mir ein Bild,eine Metapher,um mir da selbst irgendwie einreden zu können,ich könne das von der Warte meines "Alltagswissen" irgendwie erfassen,irgendwie begreifen.
Begreifen und befassen sind hier zwar nicht unmittelbar im Sinne einer unmittelbaren haptischen Wahrnemung gemeint,aber allein die Begriffswahl macht schon klar,daß ich hier eben zum Begreifen verzweifelt versuche Entsprechungen meiner Alltagswelt zu finden.

Ja,selbstverständlich macht mathematisch ein "Ding",ein "Teilchen" wie das Elektron Sinn.
Vorstellen kann ich mir daß dann aber ehrlich gesagt nicht mehr :!:

Anti-Neutron

Beiträge: 950

Registriert: So 16. Jan 2011, 18:11

Beitrag Mi 6. Mai 2015, 09:40

Re: Gluon

Volker123 hat geschrieben:Das Elektron wird sich dagegen jeder unmittelbaren Wahrnehmung immer entziehen,erst recht eben sicher auch das hier angesprochene Gluon.

Hallo Volker,

eine gewisse Hilfe ist es, in diesem Zusammenhang, anstelle von Elementarteilchen von Quantenobjekten zu sprechen. Denn man macht damit klar, dass man mit einem gewissen Hintergrund diskutieren will und dass man bereit ist, die Frage nach Welle oder Teilchen kontextabhängig zu verwenden, was ja duch die Quantenmechanik und deren Experimente sehr stark nahegelegt wird.

Der Laie sollte sich dasbei insbesondere merken, dass Quantenobjekte je nach experimenteller Situation entweder eher als Welle oder eher als Teilchen gedacht werden können. Das allgemeinere Konzept ist dabei das der Welle, weil man Wellen per Interferenz zu sehr stark lokalisierten Funktionen kombinieren kann. Benutzt man dagegen das Bild eines Teilchens darf man bei kleinen Abständen nie die Fernwirkung zwischen Teilchen und Umgebung vergessen.
Freundliche Grüße, B.

Photon

Beiträge: 6

Registriert: Do 9. Apr 2015, 18:54

Beitrag Do 7. Mai 2015, 19:59

Re: Gluon

Hi Volker,

ich persönlich neige zur Ansicht, dass die Vorstellungen von "Dingen an sich" ohne "Interpreten" keinen Sinn macht.
Es können immer nur Eigenschaften von Dinge über Wechselwirkungen (= Prozesse) wahrgenommen werden, erst ein "Beobachter" macht daraus durch die "Wahrnehmung" Dinge.

Auch die Billiardkugel kann nur "begriffen" werden wenn man sie in der Hand hat, und hat nur dann die Farbe "Rot" wenn sie mit entsprechenden Licht beleuchtet wird, und gesehen wird.

Als Menschen denken wir in Dingen, als Mathermatiker haben wir Variable (=Entitäten) und Operatoren zur Verfügung. Wir definieren Variable als "Dinge", was unserem Verständnis der Welt entspricht.

Physiker definieren Objekte, und beschreiben mit ihnen eine Wirklichkeit, und das sogar sehr erfolgreich. Bei Quantenobjeken wie Photonen und Quarks lassen sich aber aus den wahrgenommenen (und berechenbaren) Eigenschaften keine für uns stimmigen Objekte mehr (in Gedanken) konstruieren.

Natürlich dürfen wir annehmen dass es Objekte gibt, aber über das Wesen von Objekten an sich könne wir nur aufgrund unserer Erfahrung aus den wahrgenommen, und interpretierten, Eigenschaften, urteilen.

Quantenobjekte beschreiben letztendlich eine Art der "Informationsübertragung". Ohne den Prozess (die Wechselwirkung) machen Quantenobjekte keinen "Sinn".

Ein Computer macht aus einer Kette von 0-1 Einheiten mit Hilfe von Software UND Hardware für uns als Menschen Information und Objekte (Wörter, Sätze, Bilder, ....). Die physikalischen "Informationsträger" können wir nicht sehen, und uns auch nicht vorstellen (wohl aber berechnen ;) )

Das Universum und wir machen aus "Quantenobjekten" = "Quanteninformationen" Sterne, Planeten, und sonst alle Dinge die wir sehen.

Für ein (sollte es so etwas geben) Elektronenbewusstsein kann ein Photon eine "dingliche Wirklichkeit" habe, für ein Proton kann ein Elektron ein "Ding" sein. Für uns als Menschen meiner Meinung nach nicht!

Ich persönlich stelle mir alles nur als "Informationen" vor, die mal eine energetische, mal eine materielle Wirkung hat. Dinge sind Resultate meiner Wahrnehmung.

lg
Theo

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